Blühende Vielfalt:
Bellingens Kindergarten "Ratz-Fatz" wird erste Kräuterwind-Kita im Westerwald
Dreizehn Ortsgemeinden im Westerwald sind bereits zertifizierte "Kräuterwind-Kommunen". Mit dem Kindergarten "Ratz-Fatz" in Bellingen gibt es nun auch eine erste "Kräuterwind-Kita".
Zusammen mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Markus Hof, Ortsbürgermeister Michael Wisser, Agrardienstleister Johannes Orth, der die Fläche vorbereitet hat, sowie Michelle Kacalla, Josephine Erbach, Ardian Mustafa und Celia Nickel vom Kiga-Team freuen sich die Kinder über die Auszeichnung als "Kräuterwind-Kita" (Fotos: Kräuterwind)
Bellingen. Der Dauerregen hält die jungen Naturfreunde nicht ab: Mit Eifer und Matschhosen ausgestattet, haben sich die 28 Kinder des Kindergartens (Kiga) in Bellingen auf einem altersgerechten Niveau mit dem Thema und Biodiversität beschäftigt und jetzt eine Blühmischung für ihren eigenen Blühstreifen am Kindergartengelände ausgesät.
Hornklee, Malve, Leindotter, Wegwarte und viele andere: Bald schon werden die ersten Pflänzchen sprießen. In der Mischung, die die Kinder, unterstützt von Orth Agrardienstleistungen, nun in Bellingen ausgebracht haben, sind mehr als zwei Dutzend verschiedene Arten enthalten. Die Entwicklung im Blühstreifen können die "Ratz-Fatz"-Kinder beim Frühstück aus ihrem Gruppenraum heraus oder beim Spielen im Außengelände der Einrichtung beobachten und sich so weiterhin mit dem Thema beschäftigen, wie die stellvertretende Kindergarten-Leiterin Michelle Kacalla erläutert: "Ich finde, wir haben einen richtig guten Platz für den Blühstreifen gefunden, um den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen", sagt sie.
Das Kiga-Team hatte das Thema mit den Kindern vor dem gemeinsamen Aussäen umfangreich vorbereitet, ein zugehöriges Plakat gestaltet und Bilder gemalt. "Wir haben auch wesentliche Punkte besprochen, zum Beispiel, dass solche Blühflächen vielen Tieren Nahrung bieten und Lebensraum für sie sind", berichtet Kacalla.
Nicht nur "Kräuterwind-Kita" sondern auch "Kräuterwind-Kommune"
Bellingens Ortsbürgermeister Michael Wisser hebt hervor: "Schaut man sich die Umwelt und den Klimawandel an, haben wir einen gewissen Nachholbedarf, was den Klimaschutz betrifft." Mit der bereits erfolgten Beteiligung des 620-Einwohner-Dorfes am Programm "Kräuterwind-Kommune" sowie jetzt zusätzlich bei den "Kräuterwind-Kitas" solle das Bewusstsein dafür geschärft werden.
Markus Hof, Verbandsbürgermeister der VG Westerburg, in der Bellingen liegt, betont, dass man bereits im Kindergartenalter anfangen könne, sich mit der Biodiversität zu beschäftigen. "Schon die Kinder sollen sehen, dass Natur und Umwelt wichtige Themen sind", unterstreicht er.
Neben dem nunmehr zertifizierten "Ratz-Fatz"-Kindergarten in Bellingen wollen im laufenden Jahr auch die Kitas in Stockum-Püschen, Willmenrod sowie Rothenbach mitmachen. Zu den bereits ausgezeichneten 13 Ortsgemeinden kommen mit Gemünden, Girkenroth, Halbs, Stockum-Püschen, Willmenrod und Winnen mindestens sechs weitere Dörfer hinzu.
Voraussetzungen
Um "Kräuterwind-Kita" oder "Kräuterwind-Schule" werden zu können, müssen entsprechende Einrichtungen mindestens zwei Quadratmeter Blühfläche je zehn Kinder anlegen, wenn die Gesamtzahl der Kinder bis zu 100 Kindergartenkinder oder Schüler beträgt. Ab 100 bis 250 Kindern muss je zehn Kindern mindestens ein Quadratmeter vorhanden sein, und ab 300 Kindern nach Wahl wie bei den kleineren Einrichtungen oder entsprechend der Kriterien für die "Kräuterwind-Kommunen". Hier ist für die Zertifizierung ein Zentimeter Blühstreifen je Einwohner gefordert (bei zwei Metern Breite).
Die Initiative "Kräuterwind-Kommune" entstand als ergänzendes Projekt im Rahmen des vom Regionalprojekt Kräuterwind ausgerichteten "Wäller Gartenpreises". Die Anregung dazu kam vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg, Markus Hof. (PM)
Kräuterwind“ überreichte weitere Ortstafeln an „Kräuterwind-Kommunen“ in der VG Westerburg
Immer mehr Gemeinden im Westerwald zeigen Einsatz für biologische Vielfalt. Mit dem Projekt „Kräuterwind“ erhalten sie eine sichtbare Auszeichnung für ihre Blühflächen. In der VG Westerburg wurden nun weitere Ortstafeln übergeben.
Westerburg. Im Sitzungssaal „Rondell“ der Verbandsgemeinde Westerburg wurden gestern (20. Januar 2026) elf weitere Tafeln als „Kräuterwind-Kommune“ an Ortsgemeinden der VG Westerburg übergeben. Persönlich anwesend waren acht Ortsbürgermeister, drei Ortsbürgermeister ließen sich entschuldigen. Ausgezeichnet wurden die Ortsgemeinden Bellingen, Enspel, Guckheim, Härtlingen, Hergenroth, Höhn, Kaden, Kölbingen, Langenhahn, Pottum und Stahlhofen am Wiesensee. Die Ortsgemeinden Weltersburg und Berzhahn erhielten die Tafeln bereits im Jahr 2025 - der WW-Kurier berichtete.
Somit haben 13 von 24 Ortsgemeinden der VG Westerburg die Zertifizierung erlangt und die entsprechenden Tafeln erhalten. Die Tafeln weisen die Dörfer an ihren Ortseingängen oder den Blühstreifen für jeden erkennbar als Teilnehmer an der Initiative aus. Mit den übrigen Gemeinden sollen noch Gespräche geführt werden.
Wie wird man „Kräuterwind-Kommune“?
„Kräuterwind-Kommune“ – so darf sich jede (Orts-)Gemeinde im gesamten Westerwald nennen, die pro Einwohner mindestens einen Zentimeter Blühstreifen (bei zwei Metern Breite) angelegt hat. Diese Flächen helfen, die Artenvielfalt zu stärken. Jede ausgezeichnete „Kräuterwind-Kommune“ fördert die biologische Vielfalt, macht den Westerwald bunter und wertet die Region auf. So entsteht Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere, die ihren Platz in unserer modernen Welt immer schwerer finden. Aber auch die Menschen, die hier im schönen Westerwald leben, profitieren von der Aktion.
Bürgermeister Markus Hof erklärte bei seiner kurzen Begrüßung nochmals Sinn und Zweck der Initiative, hinter der er auch selbst glaubhaft steht. „Wir dürfen die Natur nicht aus den Augen verlieren, trotz aller anderweitigen Sorgen und Probleme. Die Welt können wir nicht verbessern, aber Impulse geben, auch für nachfolgende Generationen“, so der Bürgermeister.
Uwe Schmalenbach, Mitinitiator und Unterstützer der Initiative, schloss sich dem Bürgermeister an, dankte der Verbandsgemeinde Westerburg für die tatkräftige Unterstützung und bemerkte, dass aus der Idee der VG Westerburg der „Erste Wäller Gartenpreis“ entstanden sei.
Nicht ohne Stolz konnten die anwesenden Ortsbürgermeister ihre zertifizierten Tafeln entgegennehmen, auf denen zur Unterscheidung das jeweilige Ortswappen aufgebracht war.
Jede Kommune im Westerwald kann sich beteiligen
Nach Überreichung der Tafeln betonte Bürgermeister Markus Hof, dass sich nicht nur Ortsgemeinden aus der VG Westerburg an der Initiative beteiligen können. Kreisübergreifend besteht für alle Ortsgemeinden im geografischen Westerwald die Möglichkeit, an dieser Initiative teilzunehmen, um die Auszeichnung als „Kräuterwind-Kommune“ zu erhalten.
Wie erwähnt, Ortsgemeinden aus den Kreisen Altenkirchen und Neuwied, auch aus dem übrigen Westerwaldkreis, die interessiert sind, das Zertifikat zu erlangen, melden sich bitte bei Uwe Schmalenbach, Geschäftsführer der Kräuterwind GmbH mit Sitz in Stahlhofen am Wiesensee unter der Telefonnummer 02941-9589145 oder per E-Mail an usch@kraeuterwind.de.
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Michael Wisser, Ortsbürgermeister
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